Konflikte im Team verlässlich lösen

Konfliktphasen erkennen und professionell meistern

Teamkonflikte gehören zum Arbeitsleben dazu und stellen Führungskräfte vor immense Herausforderungen. Schnell wird übersehen, dass Konflikte verschiedene Phasen durchlaufen und ein frühzeitiges, proaktives Eingreifen das Aufschaukeln des Konflikts verhindert. Diese Fähigkeit kann erlernt und durch erprobte Methoden unterstützt werden.

Persönlichkeitsprofile wie das Everything DiSG® Productive Conflict bieten wertvolle Lösungen, wenn im vorherigen Schritt der Konflikt richtig analysiert und verstanden wurde. Im Folgenden zeigt Ihnen Maik-André Baumann auf, wie ein erfolgreiches Konfliktmanagement im Team aussehen kann und wie Sie mit dem DiSG®-Konzept nachhaltig Menschen in Ihrem Unternehmen bei der Bewältigung von Konflikten unterstützen.

Konfliktmanagement – ein proaktiver Ansatz zählt

Wo immer Menschen aufeinandertreffen, lassen sich unterschiedliche Ziele, Bedürfnisse und Meinungen nicht verhindern. Dies gilt auch in Ihrem Unternehmen unabhängig von der Position, so dass kleine und große Konflikte zum Arbeitsalltag dazugehören. Dies ist nichts Schlimmes und schlichtweg menschlich – solange Führungskräfte nicht die Augen hiervor verschließen und eine aktive Konfliktkultur fördern.

In der Praxis sieht es leider oft anders aus. Probleme und Konflikte im Team ansprechen zu dürfen, ist nicht überall erwünscht und sorgt dafür, dass Teammitglieder ihre Probleme „herunterschlucken“. Die Folge sind sinkende Motivation am Arbeitsplatz, eine schlechte Stimmung im Team und schlimmstenfalls Kündigungen, die sich bei frühzeitiger Entschärfung der Spannungen hätten vermeiden lassen.

Wenn Sie Konflikte zwischen Mitarbeitern lösen möchten, sind ein Verständnis für die verschiedenen Konfliktarten und eine offene Kommunikation über die Bedürfnisse aller Konfliktparteien entscheidend. Wichtig ist hierbei, auf Win-win-Lösungen hinzuarbeiten – ein Ansatz, der auch in der Tätigkeit professioneller Mediatoren das Hauptziel darstellt.

Konflikte im Team erkennen – die Analyse

Konflikte im Team erkennen – die Analyse

Um Probleme aus der Welt zu schaffen und hierdurch Kreativität und Wachstum Ihrer Teams zu fördern, muss im ersten Schritt analysiert werden, wann überhaupt Konflikte im Team vorliegen. Schließlich hat jeder Mensch mal einen schlechten Tag und durch kleine Unstimmigkeiten kommt es zu einem unüberlegten Satz, der eine Stunde später schon wieder vergessen ist.

Für Führungskräfte sollte es wichtiger sein, systematisch bestehende Auseinandersetzungen und Probleme aufzudecken und klare Ansätze für eine Auflösung der Situation zu bieten. Beim Thema Teamentwicklung wird oft zu sehr auf die fachliche Ebene und das generelle, kommunikative Miteinander geachtet, anstatt Kollege für Kollege vorzugehen und mögliche Konfliktursachen und Reibungspunkte aufzudecken.

Wurde ein Reibungspunkt innerhalb des Teams herausgestellt, geht es im nächsten Schritt um eine objektive Analyse. Zu den wichtigsten Fragen zählen hierbei:

  • Worum genau geht es im Kern des Konfliktes? Erkennen hierbei beide Konfliktparteien das gleiche Thema oder handelt es sich um mehrere Reibungspunkte, die sich miteinander vermischt haben?
  • Wer genau sind die Konfliktparteien im Team? Besteht der Konflikt primär zwischen zwei Personen und haben sich andere Teammitglieder im Hintergrund der Sache angeschlossen, oder gibt es eine Reihe von beteiligten Personen?
  • Wie war der bisherige Verlauf des Konflikts? Hat es bereits eine offene Kommunikation zu diesem Thema gegeben oder ist nach Wochen oder Monaten des Stillschweigens plötzlich eine „Bombe geplatzt“?
  • Welche Art von Konflikt liegt vor? Hier lassen sich Konfliktarten aus der Mediation wie Machtkonflikt, Wertschätzungskonflikt oder Ressourcenkonflikt heranziehen.

Besonders wichtig: Wo immer Konflikte lauern, ob am Arbeitsplatz oder im Privatleben, fühlen sich Menschen in ihrem Gefühl oder ihren Bedürfnissen nicht verstanden. Gerade im Berufsleben wird gerne auf einen Sachkonflikt beharrt, obwohl in Wirklichkeit fast immer innere Bedürfnisse, Wünsche und Emotionen den Konflikt prägen. Sich diese Emotionalität einzugestehen und zu verstehen, dass die Bedürfnisse der eigenen Persönlichkeit nicht mit denen anderer Personen übereinstimmen müssen, ist ein erster Schritt zur Besserung. Hierbei kann das DiSG®-Profil wesentlich weiterhelfen.

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Konfliktphasen erkennen und professionell meistern

Teamkonflikte durchlaufen wie andere Konflikte verschiedene Phasen. Eine eindeutige Checkliste, in welcher Phase sich ein bestimmter Konflikt gerade befindet, gibt es leider nicht. Oft sind die Übergänge fließend. Entscheidend für Sie als Führungskraft ist jedoch: Je früher Sie in einer Konfliktphase eingreifen und helfen, den Konflikt aufzulösen, umso schneller wird wieder eine stress- und konfliktfreie Zusammenarbeit des Teams gelingen. Hier die vier wichtigsten, grundlegenden Konfliktphasen im Überblick:

Diskussionsphase

Für die Durchführung eines Projektes bilden sich zwei Lager aus? Ein Mitglied des Teams ist der Meinung, dass Ressourcen anders zu verteilen sind? Oft beginnt ein größerer Konflikt mit einer Diskussion, die alleine einen sachlichen Inhalt hat. Zwar stehen bereits hier persönliche Bedürfnisse und Wünsche der Teammitglieder hinter dem Anliegen, die Diskussion bleibt jedoch noch „sachlich“.

Überlagerungsphase

Bleibt die Konfliktsituation langfristig erhalten, wechseln die Konfliktparteien schleichend von der sachlichen auf die persönliche Ebene. In dieser Phase sind erste Vorwürfe und Unterstellungen, die nichts mit dem eigentlichen Sachproblem zu tun haben, keine Seltenheit. Schnell wird behauptet, dass sich Mitarbeiter X „eh immer querstellt“, „gegen das Team arbeitet“ oder ohnehin nur noch „die Zeit bis zur Rente absitzen will“.

Aussagen dieser Art sind offensichtlich von Emotionen überlagert und werden von den „Beschuldigten“ kaum mehr rein sachlich beantwortet werden können. Jedes Teammitglied wird hier seine Einstellungen und Werte mit in den Konflikt hineinbringen, so dass es schnell zur Lagerbildung kommt.

Überlagerungsphase

Eskalationsphase

Ein empfundener Angriff einer Partei wird schnell mit einem Gegenangriff beantwortet. Dieser muss ab einer gewissen Stufe nicht mehr nur Worte umfassen, sondern kann aktiv bis zur Manipulation der gegenseitigen Arbeit und einer Gefährdung der betriebswirtschaftlichen Ziele reichen.

Als Führungskraft werden Sie diesen Status schnell daran erkennen, dass beide Seiten kaum mehr für rationale Argumente empfänglich sind. Nur die eigene Sichtweise hat noch eine Richtigkeit und Gültigkeit, Vorteile der anderen Seite gegenüber schüren ein noch größeres Konfliktpotenzial und setzen eine Abwärtsspirale in Gang.

Dauerkonflikt

Sie glauben, durch ein Konfliktgespräch für Klarheit gesorgt und Ihre Rolle als Führungskraft bei einem Konflikt im Team behauptet zu haben? Nur weil der Konflikt vermeintlich gelöst wurde und die Teamkultur wieder intakt ist, bedeutet dies nicht, dass die „Luft rein“ ist. Im Gegenteil: Häufiger ist es der Fall, dass Sichtweisen, Eindrücke und Ressentiments über Monate und Jahre mitgenommen werden.

Viele Konflikte in Teams sind Dauerkonflikte, die über Jahre hinweg geführt werden, jedoch nur selten akut sind. Wenn die Motivation und Effizienz Ihres Teams trotz der neuesten Technologien und spannender Workshops stetig sinken und niemand mehr an Teambuilding-Aktivitäten oder gemeinsamen Betriebsfeiern interessiert ist, wird dies oft eins bedeuten: Ihr Team hat sich dauerhaft mit der schwelenden Konfliktsituation abgefunden, die nur Verlierer kennt.

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Konflikte im Team lösen – mit den richtigen Tools

Es gibt zahlreiche Tools und Ansätze für ein effektives Konfliktmanagement im Team, auf die Führungskräfte zurückgreifen können. Die professionelle Mediation ist ein erprobter und klar strukturierter Ansatz, der vor allem gewährt wird, wenn viel Geld auf dem Spiel steht oder die Verhärtung der Fronten eine Zusammenarbeit faktisch verhindert.

Teamkonflikte müssen jedoch gar nicht erst diese Größe und Tragweite erreichen. In jeder Situation und unabhängig von den vorliegenden Konflikttypen können Sie aktiv einen Beitrag leisten, um eine konstruktive Konfliktkultur zu schaffen und so Arbeitsweisen und den Umgang miteinander zu fördern. Hier einige kompakte Anhaltspunkte:

  • Mangelnde Kommunikation ist der mit Abstand häufigste Grund, weshalb es überhaupt zu Konflikten am Arbeitsplatz und in Teams kommt. Missverständnisse lassen sich vorbeugen, wenn Informationen zu Themen wie Kompetenzverteilung, Arbeitszeit oder Wertschätzung der Teammitglieder offen kommuniziert werden. Wie bei allen Tipps heißt es hier für Sie als Führungskraft, mit gutem Beispiel voranzugehen.
  • Die Entstehung von Konflikten ist eng mit der Entscheidungskompetenz der Führungskräfte verbunden. Gerne werden unliebsame Entscheidungen, solange es geht, herausgezögert, um die Stimmung im Team nicht zu beeinflussen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Alle Seiten fühlen sich hingehalten und wünschen sich endlich Klarheit. Sorgen Sie für diese durch klare und offen kommunizierte Entscheidungen.
  • Nehmen Sie proaktiv die Gestaltung Ihrer Firmenkultur in die Hand. Ansonsten entwickelt sich eine freie Firmenkultur, die zum Selbstläufer wird und schlimmstenfalls aus Tratsch, Gerüchteküche oder Neid besteht. Zeigen Sie, wie aktives Zuhören geht und dass konstruktive Kritik gewünscht ist. Nehmen Sie Sorgen und Bedürfnisse von Mitarbeitern und Teams ernst und leben Sie so vor, wie ein Umgang untereinander aussehen sollte.

Schulungen, Workshops und ähnliche Veranstaltungen können zum wertvollen Tool werden, um Ihren Teams einen neuen Blickwinkel auf Konflikte am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Unabhängig davon, wie gut diese Events angenommen werden, demonstrieren Sie eines: Sie nehmen Ihr Personal ernst und möchten aktiv dazu beitragen, dass Konflikte nicht den Arbeitsalltag prägen.

Everything DiSG® Productive Conflict – ein erprobter Ansatz

Everything DiSG® Productive Conflict – ein erprobter Ansatz

Für das eigene Verständnis als Führungskraft ist das Everything DiSG® Productive Conflict Profil eines der wichtigsten Hilfsmittel, das ich Ihnen in diesem Artikel ans Herz legen möchte. Schließlich gilt auch für Sie, dass Sie Ihren Umgang mit Konflikten finden müssen. Und ja, diese lassen sich als Führungskraft nicht einfach durch eine kurze Ansage ans Team aus der Welt schaffen.

Als Erweiterung Ihres DiSG®-Profils finden Sie hierüber heraus, was Ihre typischen Verhaltensweisen in Konfliktsituationen sind. Sie gewinnen ein größeres Eigenbewusstsein für diesen sensiblen Themenbereich und erhalten wertvolle Ansätze und Lösungen, wie Sie etwas für die stetige Verbesserung Ihrer eigenen Konfliktfähigkeit und Konfliktkompetenz leisten können.

Erhalten Sie durch Everything DiSG® Productive Conflict einen klaren Vorsprung für Ihre zukünftigen Konflikt-Interaktionen und zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie an einem starken Konfliktmanagement interessiert sind.

Weitere Fragen? Maik-André Baumann berät Sie gerne!

Sie möchten mehr zur konstruktiven Konfliktlösung mit Ihrem DiSG®-Profil und dem Ergänzungsprodukt Everything DiSG® Productive Conflict erfahren? Stöbern Sie einfach durch meine Website, auf der Sie Beispielprofile für diese und weitere Auswertungen finden können. Gerne berate ich Sie und Ihre Teams auch persönlich, z. B. im Rahmen von Schulungen und Workshops.

Konflikte gehören zum Leben und Arbeiten dazu. Schrecken Sie nicht vor diesen zurück, sondern meistern Sie jeden Konflikt so, wie es Ihrer Persönlichkeit am ehesten entspricht. Gerne helfe ich Ihnen hierbei!

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FAQ – Konflikte am Arbeitsplatz

Richtig betrachtet, bieten Ihnen Konfliktsituationen in Ihren Teams positive Ansatzpunkte. Konflikte im Team bieten Gelegenheiten zum Lernen und zur Entwicklung, zudem können sie zu mehr Zusammenhalt führen. Offene Kommunikation während Konflikten fördert das Vertrauen im Team. Wenn Sie frühzeitig angesprochen werden, können Sie die Leistung des Teams steigern bzw. eine schleichende Demotivation verhindern.

Eine neutrale Vermittlungsperson kann helfen, Konflikte objektiv zu moderieren. Moderierte Gespräche sollten als Methoden zur Konfliktlösung eingesetzt werden, um Ursachen in einem geschützten Rahmen zu klären. Als langfristige Lösung empfiehlt sich jedoch ein methodischer Umgang innerhalb des Unternehmens, in dem sich eine offene Feedback-Kultur mit dem Einsatz von Methoden wie Ich-Botschaften und aktivem Zuhören durchsetzen sollte.

Konflikte im Team können aus unterschiedlichen Ursachen entstehen, wie z. B. persönlichen Missverständnissen, professionellen Differenzen oder unklaren Zuständigkeiten. Ressourcenknappheit führt zu Streit um Budget, Zeit und Arbeitsmaterial. Oft haben sie eine eigene Dynamik: Konflikte im Team können durch Veränderungen in der Teamzusammensetzung, wie Neuzugänge, verstärkt werden. Auch deshalb ist eine individuelle Konfliktanalyse unerlässlich.

Beziehungskonflikte sind oft tief verwurzelt und können aus persönlichen Animositäten, Neid oder Misstrauen resultieren. Was in der harten Arbeitswelt oft auf einen harten, rationalen Sachkonflikt reduziert wird, hat fast immer bei allen Beteiligten einen emotionalen Kern. Dies zu verstehen ist für alle Beteiligten ein wichtiger Ansatz, um sich für eine zielführende Konfliktlösung offen zu zeigen.